Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin nordöstlich von Berlin zählt mit fast 130.000 ha zu den größten und bekanntesten Schutzgebieten Deutschlands. Großstein- und Steinkistengräber sowie ganze Felder mit Hügelgräbern zeugen von der Besiedlung in der Jungsteinzeit und in der Bronzezeit. Aus dem Mittelalter blieb uns das berühmte Kloster Chorin – eines der bedeutendsten Beispiele norddeutscher Backsteingotik – erhalten.

In der Schorfheide, einem traditionellen Jagdgebiet, wurde keine Besiedlung zugelassen. Die ehemaligen Burgen wurden zu Jagdschlössern umgebaut und von den Grafen der Askanier, den brandenburgischen Kurfürsten, preußischen Königen, deutschen Kaisern, Nazi-Führern und Staatsmännern genutzt.
Karg war füher das Leben in den Bauern- und Walddörfern. Die besseren Böden der kuppigen Grundmoränen wurden ackerbaulich genutzt. 75 kleine Bauern- und Gutsdörfer und die drei Kleinstädte Oderberg, Joachimsthal und Greiffenberg liegen im Biosphärenreservat. www.schorfheide-chorin-biosphaerenreservat.de und www.schorfheide.de

Die Gletscher der letzten Vereisung hinterließen nach ihrem Abschmelzen vor 10.000 bis 15.000 Jahren eine reich gegliederte Landschaft. Eine dünne Besiedlung, der Wechsel zwischen ausgedehnten Wäldern und weiten offenen Landschaften, der Reichtum an unterschiedlichen Strukturen auf engsten Raum bilden die Grundlage für viele Tier- und Pflanzenarten. Die einst völlig bewaldeten Endmoränen sind durchsetzt mit Seen und Kesselmooren. Die steilen Abhänge bieten östlichen Steppenpflanzen (sibirische Glockenblume, Wiesenkuhschelle, Federgras, Helmknabebkraut…) günstige Bedingungen.
In den Sandergebieten im Südwesten stehen die großen Wälder der Schorfheide. Der unnatürlich hohe Wildreichtum wurde inzwischen auf ein gesundes Maß reduziert. Neben Rot-, Dam- und Schwarzwild kommen auch Biber und Fischotter vor. Es brüten auch verschiedene Adler. Weitere charakteristische Besonderheiten in der Schorfheide sind die mächtigen Findlinge,  die 400 bis 600 Jahre alten Huteeichen und der UNESCO Buchenwald Grumsin.  

2011 hat die UNESCO Buchenwald Grumsin zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt. Der Buchenwald Grumsin ist einer der größten zusammenhängenden Tiefland-Buchenwälder weltweit. Gletscher der letzten Eiszeit formten die Höhenzüge des Grumsins mit seinen Senken, Mooren, Solen und Seen. Seit gut 20 Jahren ist der Buchenwald Grumsin Totalreservat, in dem die Natur Vorrang hat. Das Betreten und jegliche wirtschaftliche Nutzung sind untersagt. Im Juni 2011 wurde die Buchenurwälder der Karpaten um fünf Waldflächen mit alten Buchenwäldern in Deutschland erweitert. Dazu zählt auch der Buchenwald Grumsin. Ausführlicher siehe www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de

Die Ausstellung „Erfahrung Eiszeit“ im Besucher-und Informationszentrum in Groß-Ziehten informiert anschaulich und mit interaktiver Technik über Entstehung, Verlauf und die Hinterlassenschaften der Eiszeit in Brandenburg.
Am Besucherzentrum beginnen Rundwanderwege Zu den Ihlow-Bergen (11km) und nach Sperlingsherberge (6km)
Anschrift: Zur Mühle 51, 16247 Ziethen OT Groß-Ziethen
Öffnungszeiten: 01. April bis 31. Oktober
Mittwoch bis Sonntag von 10.00 bis 15.00 Uhr
www.geopark-eiszeitland.de
Weitere Rundwanderwege in den Grumsiner Buchenwald starten am Infozentrum Altkünkendorf. (10 und 21 km) www.weltnaturerbe-grumsin.de

Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ist in verschiedene Schutzzonen I bis III gegliedert, wobei die Schutzzone I (Kernzone) nicht betreten werden darf, denn hier soll sich die Natur frei von menschlichen Einflüssen entwickeln. Über das Anliegen, die natürlichen Besonderheiten und Entwicklungstendenzen informiert sehr anschaulich und unterhaltsam das NABU Informationszentrum Blumberger Mühle bei Angermünde oder das Schorfheide-Museum auf dem Gelände des ehemaligen Jagdschlosses Groß Schönebeck. Die Jagdschlösser in Groß Schönebeck und Hubertusstock spiegeln die Tradition der Jagd in der Schorfheide wieder.